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JAPANISCHE WOLLMISPEL
Eriobotrya japonica Rosaceae
Etwa 20 (die Angaben schwanken zwischen 10 und 30) Arten umfaßt
die in Ostasien heimische, mit unserem Kernobst verwandte Gattung
Eriobotrya. Ihr botanischer Name weist auf die weißfilzigen
Zweige der Pflanzen hin, die traubenständige Blüten
tragen (gr. erion = Wolle, botrys = Traube). Es handelt sich um
immergrüne Bäume oder Sträucher mit wechselständig
angeordneten, kurzgestielten bis fast sitzenden, ungeteilten,
grob gezähnten Blättern. Die weißen Blüten
sitzen in endständigen Rispen. Daraus entwickelt sich eine
Apfelfrucht, mit 1 bis 2 sehr großen Samen. Als Kübelpflanze
hat nur E. japonica Bedeutung.
Eriobotrya japonica (Thunb.) Lindl., Japanische Mispel,
Loquate

Ihren deutschen Namen Japanmispel trägt E. japonica nicht
ganz zu recht, denn ihre eigentliche Heimat liegt in den wärmeren
Gebieten des östlichen Mittelchinas. Schon in sehr früher
Zeit kamen aber Pflanzen nach Japan und wurden überall dort
angepflanzt, wo auch Zitrusfrüchte reifen. Aufgrund ihrer
Kältetoleranz wird die Pflanze heute weltweit in den höheren
Lagen der Tropen und in den Subtropen als wertvoller Fruchtstrauch
und als Zierpflanze angebaut. In Europa ist sie seit 1784 bekannt
und heute in Italien und in anderen Mittelmeerländern eingebürgert.
Im englischen Sprachraum wird E. japonica Loquat, Chinese loquat
oder Japan plum, in Italien Nespole genannt.
E. japonica wächst zu einem kleinen, kurzstämmigen,
bis zu 10 m hohen Baum heran. Das schönste an ihm sind die
20 bis 25 cm langen, lederartigen, oberseits glänzend dunkelgrünen,
unterseits weiß- oder gelbwollig behaarten Blätter,
die eine kräftige Nervatur aufweisen und an relativ dicken,
in der Jugend weißwolligen Zweigen sitzen. Wenn die Pflanzen
sehr sonnig stehen, ist nicht nur die Unterseite, sondern auch
die Oberseite der Blätter von einem weißen Filz überzogen.
Der Neuaustrieb wirkt durch seine Behaarung silberweiß.
Den duftenden, bis 1 cm breiten, in kurzen Trauben am Ende der
Zweige sitzenden, weißen Blüten (sie erscheinen im
Herbst) folgen die etwa pflaumengroßen, je nach Sorte rundlichen
oder eiförmigen, gelben bis orangeroten Früchte, die
3 bis 4, manchmal aber auch nur 1 Samen enthalten. Im jugendlichen
Stadium sind die Früchte mit einem wolligen Überzug
versehen. Es sind auch Sorten im Handel, die diese Behaarung der
jungen Früchte nicht zeigen. Die Haut der Früchte ist
so dick wie die eines Pfirsichs, ihr Fleisch fest und fleischig,
dabei aber saftig, weiß bis tief orange und von leicht säuerlichem,
aber köstlichem Geschmack. Die Früchte sollten erst
bei Vollreife geerntet werden, da sie dann den höchsten Zuckergehalt
auf weisen. Sie werden entweder roh verzehrt oder zu Konserven
verarbeitet. Auch Marmeladen oder Gelees können hergestellt
werden.
In Japan gehört sie zu den wichtigsten angebauten
Obstgehölzen, aber auch in anderen subtropischen Gebieten,
wie in den Mittelmeerländern, werden sie häufig angepflanzt.
So sind sie auch vielen Italienreisenden bekannt. Die attraktiven
Blätter werden von Floristen sehr gerne in der Blumenbinderei
verwendet. Japanische Mispeln tragen, wenn sie einige Jahre in
ihrem Pflanzgefäß stehen, zuverlässig jedes Jahr
Blüten, benötigen aber im Alter viel Platz, was vor
allem im Winter Probleme schafft. Die immergrünen Blätter
fallen am Ende des zweiten Jahres, zumeist im Winterquartier ab.
Ist dieses nur wenig hell, fallen mehr Blätter ab, was weiter
nicht schadet, wenn die diesjährigen Blätter erhalten
bleiben.
Die Japanische Wollmispel ist mit ihren tief grün gefärbten
Blättern eine dekorative Kübelpflanze von hohem Rang.
Um so mehr, als die silbergraue Blattunterseite einen wirkungsvollen
Kontrast darstellt. Sie ist anspruchslos, wächst kräftig
und hat eine weitere, nicht zu unterschätzende Eigenschaft,
sie wird praktisch nicht von Schädlingen befallen wird.
Beim Kauf der Japanmispel muß man schon etwas Glück
bei der Pflanzenauswahl haben, denn nicht jeder Typ fruchtet gleich
gut. Um jeglichen Enttäuschungen zuvorzukommen, empfiehlt
es sich, nur fruchttragende Exemplare zu kaufen, da anders die
Fertilität nicht festzustellen ist. Neben wurzelechten, werden
vermehrt auch veredelte Pflanzen angeboten. Erkennen läßt
sich dies an der Veredlungsstelle: der Stamm der Wollmispel ist
grau, der Stamm der meist als Unterlage verwendeten Quitte (Cydonia
oblonga Mill.) braun. Gelegentlich wird auch die Eberesche (Sorbus
aucuparia L.), als Unterlage verwendet.
Kultur- und Pflegehinweise, Vermehrung:
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Stecklinge. Die Früchte,
die keimfähige Samen enthalten, werden überwiegend in
den Monaten März bis Mai angeboten. Frisches Saatgut keimt
bereits nach 8 bis 10 Tagen. Die Keimfähigkeit ist begrenzt
und schon nach wenigen Wochen sind die Samen nicht mehr zu gebrauchen.
Das anhaftende Fruchtfleisch ist sorgfältig zu entfernen.
Anschließend wird das Saatgut bei etwa 20 °C zum Keimen
gebracht. Durch Samen vermehrte Pflanzen blühen und fruchten
nach 5 bis 10 Jahren das erste Mal. Die Früchte selbst sind
jedoch zumeist bedeutend kleiner und saurer als diejenigen, denen
die Kerne entnommen wurden.
Zwar ist auch eine Vermehrung durch Stecklinge möglich, doch
dauert die Wurzelbildung sehr lange und ist im Verhältnis
zur Samenvermehrung sehr aufwendig. Die großfrüchtigen
Kultursorten werden durch Veredeln mit Reisern spezieller Selektionen
vermehrt.
Standort im Sommer: E.
japonica ist unempfindlich gegen direkte Sonneneinstrahlung. Sie
gehört im Sommer an einen windgeschützten, sonnigen
Platz im Garten oder auf die Terrasse, wo sie einen markanten
Blickfang darstellt. E. japonica gedeiht auch im Schatten noch
recht gut, wird dann jedoch etwas lockerer im Wuchs und neigt
nur wenig zur Blütenbildung. Bei größeren Pflanzen
sind die Kübel gegen Windwurf sorgfältig zu befestigen
oder an geeigneten Stützen festzubinden.
Überwinterung: Die
Überwinterung sollte so hell wie möglich erfolgen, ideal
sind Gewächshaus oder Wintergarten. Ist das Überwinterungsquartier
zu dunkel, verkümmern die im Herbst erscheinenden Blüten
und es kommt kaum zur Fruchtentwicklung. Auch werden die immergrünen
Blätter vorzeitig abgeworfen und die Pflanze verkahlt. Temperaturen
um 10 °C sind optimal, wobei die Temperatur ruhig einmal auf
den Gefrierpunkt absinken darf.
Gießen und Düngen:
Eine so stattliche Pflanze will im Sommer reichlich gegossen werden,
verträgt aber kurzfristig auch Trockenheit recht gut. Längerfristig
andauernder Wassermangel hat Laubfall zur Folge, doch treiben
die Pflanzen in der Regel in kurzer Zeit wieder aus. Im Winter
ist der Temperatur und dem Lichtangebot entsprechend sparsam zu
gießen. Eine leichte, gleichmäßige Ballenfeuchtigkeit
ist aber notwendig, damit die jungen Früchte nicht abgeworfen
werden. Kalk im Wasser vertragen die Mispeln auf Dauer nicht,
deshalb muß bei hartem Gießwasser an Enthärtung
gedacht werden.
Die Japanmispel will nicht nur reichlich gegossen werden, sondern
verlangt auch eine reichliche Ernährung, deshalb ist sie
von April bis zum September wöchentlich flüssig zu düngen.
Zu wenig gedüngte Wollmispeln lassen im Wachstum nach und
bringen nur noch kleine Blätter zur Entfaltung, die vereinzelt
auch gelb werden und abfallen. Von April bis zum September ist
wöchentlich 0,3% zu düngen.
Krankheiten und Schädlinge:
Gegen Krankheiten und Schädlinge ist die Wollmispel fast
völlig immun. Ihre starke Bewollung schützt sie offenbar
vor Blattläusen, Spinnmilben und andere saugenden Insekten.
Selbst die gefürchteten Schild-und Wolläuse, Mehltaupilze
und Blattfleckenkrankheiten sind auf den Blättern nicht zu
finden.
Erziehung und Schnitt:
Jungpflanzen aus Sämlingen wachsen rasch und verzweigen sich
ohne Stutzen erst in etwa 1 m Höhe. So erhält man Stammbäume,
die allmählich eine 2 bis 3 m hohe, halbkugelige Krone ausbilden.
Ein Rückschnitt der längsten Triebe ist möglich.
Die Krone bleibt dadurch aber kaum kleiner, nur besser in Form.
E. japonica ist durch rechtzeitiges Entspitzen auch mehrtriebig
zu ziehen. Allerdings ist die Neigung, sich nach einem Schnitt
regelmäßig zu verzweigen, nicht besonders ausgeprägt.
Nur durch einen ständigen Rückschnitt in den ersten
Jahren gelingt es, genügend Seitenzweige zu erhalten, die
eine Krone bilden.
Besondere Hinweise: E.
japonica entwickeln im Alter größere Wurzelballen.
Deshalb sollte man von Anfang an ausreichend große Pflanzgefäße
wählen. Dies ist schon deshalb empfehlenswert, da die Pflanze
mit ihrem schweren und massiven Laub den Wind gut fängt und
daher gegen Kippen gesichert sein muß.
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